Studie DeepDive Internetnutzung

January 27, 2020

Platzieren von Botschaften war gestern – Infos teilen hilft heilen

„Digitale Transformation“ war 2019 der ganz große Schlachtruf im Pharma-Marketing – und ist es auch 2020. Und tatsächlich ist das Fortschreiten der Digitalisierung in der Medizin messbar, verändert beispielsweise das Wissensmanagement von Heilberuflern und macht sich in der Mediennutzung von Heilberuflern bemerkbar: Denn die Bedeutung des Internets ist gegenüber den letzten Jahren nochmals gestiegen. Allerdings nicht nur die Online-Dienste, auch der Austausch mit Kollegen hat deutlich an Relevanz dazugewonnen. Dies ergibt die im Dezember veröffentlichte Studie Deep Dive Internetnutzung 2019, für die vor wenigen Monaten 503 Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und PTAs aus dem DocCheck Panel von DocCheck Research befragt wurden.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Ärzte für die tägliche, berufsrelevante Recherche mittlerweile in gleichem Maße auf drei sehr unterschiedliche Informationsquellen setzen: Fachzeitschriften/Print, Internet-/Online-Dienste sowie den Austausch mit Kollegen. Offenbar können sie auf diese Weise drei Grundvoraussetzungen für das persönliche Wissensmanagement bestmöglich vereinen: Solides, glaubwürdiges Faktenwissen, schneller, bequemer Zugriff sowie Experten-Abgleich von Beobachtungen und Fragen.

2020 gilt es, die Barrieren im digitalen Dialog zu überwinden

Doch bei aller Begeisterung für die digitalen Möglichkeiten, Fakt ist auch: Die Digitalisierung der Medizin stößt hartnäckig an ihre Grenzen, sobald es um den offenen Austausch, also um offene Dialoge im Internet geht. Dies zeigt sich beispielsweise in der geringen Bereitschaft von Heilberuflern, im Rahmen von medizinischen Netzwerken aktiv zu werden, die Beiträge anderer zu kommentieren oder sogar eigene Inhalte und Beiträge zu posten. Befragt nach den Gründen für ihre vorwiegend passive Nutzung des Internets sagt die Mehrheit der „Inaktiven“, sie hätten für das Kommentieren und Posten von Inhalten weder Zeit noch Interesse und fänden auf medizinischen Online-Plattformen nicht das Vertrauen oder das Niveau, das sie im Gespräch mit ihnen bekannten Kollegen erreichen.

Noch antiquierter sieht es mit der Digitalisierung der Arzt-Patienten-Kommunikation aus, denn diese steht einem Großteil der Praxen in Deutschland noch bevor – von der Etablierung digitaler Therapieangebote ganz zu schweigen. Hiermit kennen sich die meisten Ärzte noch gar nicht gut aus.

Die Chance für Außendienste: Vernetzung und Info-Sharing

In der Studie Deep Dive Internetnutzung 2019 zeigt sich allerdings noch ein weiterer Trend: Auch die intensive Nutzung des Außendienstes ist rückläufig. Neben dem Zeitfaktor könnte hierbei, wie andere Studien von DocCheck Research bereits zeigten, der begrenzte Nutzen der Außendienstgespräche im Wissensmanagement der Heilberufler eine Rolle spielen: Außendienste sind im Auftrag des jeweiligen Herstellers unterwegs. Sie sind nicht neutral, nicht immer medizinisch ausgebildet und zudem durch oft strenge Pharmakovigilanz-Vorgaben im offenen Austausch limitiert.

Ergeben sich aus all diesen Erkenntnissen interessante Handlungschancen – gerade auch für die Außendienste? Könnte der Pharmareferent eine zentrale Rolle spielen, wenn es um die digitale Transformation der Praxiskommunikation geht? Und gibt das neue Digitale-Versorgung-Gesetz gerade jetzt nicht auch den richtigen Rückenwind?

So ist es gerade der Außendienst, der einerseits die digitalen Möglichkeiten des Info-Sharings bestens kennt und andererseits den Arzt persönlich trifft und ihn genau bei dessen Bedürfnissen und Unsicherheiten „abholen“ und unterstützen kann. So könnte er sich als wertvoller Partner im Praxisalltag bewähren, der das Praxisteam systematisch mit vom Arzt geprüften und abgesegneten Links versorgt, die sich für die Patientenkommunikation eignen und leicht teilen lassen oder auch zu (digitalen) Expertenforen einlädt, die zugangsbeschränkt sind, mit ausgewählten Gästen und Experten, so dass sich eine gute Basis für interessante Gespräche und hilfreiches Networking ergibt.

Lust auf weitere Inspiration? Dann tauchen Sie ein und fischen Sie nach ersten Insights innerhalb unserer Infografik. Weitere Infos zur Studie finden Sie auf research.doccheck.com

Ein erfolgreiches Jahr 2020 wünscht

Autorin
Anja Wenke, Head of DocCheck Research
E-Mail: anja.wenke@doccheck.com
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