Ist elektronische Kommunikation in der Pharmazie ohne Opt-in möglich? Ja, es ist möglich.

September 2, 2019

Durch die Einführung der DSGVO sind die Anforderungen und Auflagen für personalisierte E-Mails gestiegen. Können Sie ohne Opt-In weiterhin E-Mails versenden?

Das Aufkommen von DSGVO hat eine Branche von Anwälten, Experten, Beratern und Rednern ins Leben gerufen, von denen viele Pharmaunternehmen vor den Gefahren der Kommunikation mit Kunden ohne Opt-in warnen.

Wie die Berater zu sagen pflegen: Ohne Opt-in kann ein Unternehmen keine E-Mails versenden, aber warten, das ist zu einfach. In der Tat gibt es viele Situationen, in denen ein Unternehmen eine E-Mail senden kann, auch ohne ein Opt-in.

Bevor ich fortfahre, möchte ich sagen, dass ich kein Anwalt bin. Nachdem ich jedoch den Rat einer Reihe von Experten gehört und gelesen sowie den eigentlichen Text der Richtlinie gelesen habe, kann ich bestätigen, dass es viele Grauzonen im BIPR gibt und dass es unter den Experten einige Meinungsverschiedenheiten gibt.

Ich möchte auf einige Fälle hinweisen, in denen Unternehmen legal E-Mails an Empfänger senden können, die kein Opt-in gegeben haben. Der Einfachheit halber verwende ich den Begriff E-Mail in diesem Artikel. Gleiches gilt aber auch für andere Formen der elektronischen Kommunikation wie SMS, Social Media, Online-Messaging-Dienste und Fax.

  1. Eine wirklich persönliche E-Mail. Ich beziehe mich nicht auf ein Massenmailing, bei dem die Anrede auf “Lieber Mr. Bond” personalisiert wurde. Aber ich meine zum Beispiel wirklich persönliche E-Mails: “Hi James, es war toll, dich letztes Wochenende bei unserem Kinderfußballspiel zu sehen.” Ich würde gerne unsere Diskussion weiterverfolgen.” Keine Marketingabteilung würde eine solche E-Mail erzeugen. Sie können es sicher versenden, auch wenn James Ihnen keine ausdrückliche Erlaubnis dazu erteilt hat. In der Tat können Sie es senden, auch wenn James Ihnen bestimmte Anweisungen gegeben hat, dies NICHT zu tun. Ob das eine gute Geschäftsentscheidung ist, ist eine andere Frage. Aber wenigstens ist es legal.
  2. Jede E-Mail, die Ihr Kontakt aufgrund der Situation erwarten kann. Dies kann im Zusammenhang mit einem Treffen, einer Veranstaltung, einer Materialanfrage, einer Probenabgabe oder einer anderen Transaktion stehen, die bereits von beiden Parteien durchgeführt oder in Erwägung gezogen wurde, z.B. “Hallo Jim, ich wollte nur unsere Besprechung bestätigen, die Sie am nächsten Dienstag um 10:00 Uhr angefordert haben” oder “Ich möchte Sie darüber informieren, dass die Probe heute verschickt wurde”. Auch hier ist kein spezielles Opt-in für solche E-Mails erforderlich.

Wie Sie sich vorstellen können, lässt der Text “kann die E-Mail situationsbedingt erwarten” viel Interpretationsspielraum. Und doch ist es das, was DSGVO sagt.

  1. Wenn Ihr Kontakt bereits Kunde ist. Damit haben Sie grünes Licht, um Marketing-E-Mails und Newsletter an Ärzte und Apotheker zu versenden, die Ihre Produkte bestellt oder verschrieben haben, an Ihren Veranstaltungen teilgenommen haben oder sich nach einigen Interpretationen lediglich mit Ihren Vertriebsmitarbeitern getroffen haben – auch ohne Opt-in. Stellen Sie einfach sicher, dass Sie einen Opt-Out-Link zu solchen E-Mails hinzufügen.

Aufgrund dieser Interpretation könnten die meisten Pharmaunternehmen auch ohne Opt-in weiterhin Newsletter an einen großen Teil ihrer Kontakte versenden.

DSGVO ist erst Wochen alt. Einige Pharmaunternehmen werden versuchen, die Regeln zu ihrem Vorteil zu erweitern. Andere Unternehmen können eine restriktivere Auslegung der Regeln befolgen.

Sobald die Regulierungsbehörden an die Arbeit gehen und die ersten Verwarnungen oder sogar Bußgelder aussprechen, werden die Anwälte und Gerichte beschäftigt sein. Es kann Monate oder Jahre dauern, bis wir Klarheit über das BIPR haben.

ysura steht für Innovation
ysura bietet pharmaspezifische Software-Lösungen für die Bereiche Vertrieb und Marketing wie beispielsweise Customer Relationship Management (CRM), Aktivitätenplanung, Einwilligungsmanagement, Multi-Channel Marketing Kampagnen, Auftragserfassung, Musterverwaltung, KOL-Management und Augmented Video Conference. Alle Module können individuell angepasst und auch als Stand-alone Lösung genutzt werden.

Das hat Sie neugierig gemacht?
Kontaktieren Sie uns